„Lichter einer Großstadt“ erforscht
die nächtliche
Topographie der Stadt. Die Nacht als Dunkelheit
existiert in den Städten seit der Elektrifizierung nicht mehr.
In Zeiten ganzjähriger Illuminierung ist die Nacht nur noch
ein kurzer Moment des Innehaltens. Immer erhellt durch
künstliches Licht, gibt die Stadt den Blick auf sich nur
für Augenblicke frei. Die Fotografien entstanden, als Plätze
und Räume menschenleer waren, was umso erstaunlicher
wirkt, da diese öffentlich zugänglich und sonst stark frequentiert
sind. Diese Leere wirkt für den Betrachter zuerst
befremdlich, lenkt den Blick aber auf architektonische Details, die bei
alltäglicher Betrachtung im geschäftigen Gewimmel der Menschen
untergehen. Die Nacht
gibt in aller Ruhe die Sicht frei auf Unbekanntes, Neues und Verborgenes
und zeigt ohne Ablenkung, gleichsam
puristisch, die Architektur und Strukturen der Großstadt. Die in
der Nacht entstandenen Aufnahmen entführen aus der Routine des gewohnten
Sehens und erlauben eine vollkommen
neue Sichtweise auf die „vertraute“ und „bekannte“ Stadt.
